Besucherbergwerk Sankt Anna am Freudenstein nebst Troster Stolln


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Geologische Info's

Abriß der Geschichte des Bergbaus

Das Schneeberger Revier ist eines der historischen kursächsischen Bergreviere. Sie finden es im Westerzgebirge, zwischen Zwickau und Aue. Zschorlau liegt am südlichen Rand des Reviers und bildet mit seinen Wolframerz- Vorkommen einen Übergang zu den pneumatolytischen Zinn- und Wolfram- Lagerstätten im Vogtland (Gottesberg, Pechtelsgrün).

In der Folge der varistischen Gebirgsbildung im Oberkarbon drangen vor weit über 200 Millionen Jahren Granitschmelzen in das ordovizische und silurische Schieferdach des Varistischen Gebirges ein. Neben dem großen Eibenstocker Granit am Rand zum Vogtland handelt es sich hier zwischen Schneeberg und Zschorlau um den "Gleesberg-Granit". Durch die Hitze der Granitschmelzen sind die Schiefer in ihrer Nähe kontaktmetamorph beeinflußt und zu harten Hornfelsen umgewandelt.


Ausschnitt aus der geologischen Karte



Beim Aufdringen der Granite und bei deren Abkühlung rissen Spalten im darüber liegenden Gestein auf und füllten sich mit neuen Mineralien - es entstanden die Erzgänge. Die größte dieser Spalten ist der "Rote Kamm", ein Teilstück der Joachimsthal- Crimmitzschauer Störungszone.

Während heute die Schiefer in weiten Teilen des Erzgebirges bis tief auf den hochmetamorphen Gneis hinab erodiert sind, blieben im Westerzgebirge Mulden in früheren Sattelstrukturen des Faltengebirges erhalten ("Lößnitzer Zwischenmulde"). In diesen alten Gesteinen blieben auch die Erzvorkommen erhalten und wurden im 15. Jahrhundert entdeckt.

Die Lagerstätten sind durch mehrere kleine Granitplutone entstanden und stark ineinander "verschachtelt". Im Revier finden sich pneumatolytische Quarz- Wolframit- (Molybdänglanz)- Vorkommen, hochthermale Schwefelkies- Kupferkies- oder Roteisenstein- Erzgänge, mesothermale Karbonat- Wismut- Kobalt- Nickel- Silber- (Uran)- Erzgänge und - am weitesten vom Granit entfernt auf dem Samuelis-Spatgang bei Hartenstein - das einzige tiefthermale Quecksilber-Erzvorkommen Sachsens.

Der Bergbau im Schneeberger Revier begann mit einem bescheidenen Abbau auf Eisen bei Oberschlema und eventuell auch schon auf Silbererz bei Neustädtel (am "Hohen Forst") bereits im 14. Jahrhundert. Mit den großen Silberfunden ab der Mitte des 15. Jahrhunderts und der Stadtgründung 1472 begann auch in der Umgebung Schneebergs die Suche nach Erzen.

Rund um Sankt Anna
Zum Grubenfeld gehörten eine ganze Reihe von Bergwerken. Neben der "Sankt-Anna-Fundgrube", der "Freudensteiner" und der "Neuen Freudensteiner Fundgrube" sind die "St.Brigitta-Fundgrube", die "Vogelsang-Fundgrube", die "Junge-Rappolt-Fundgrube" und weitere Namen überliefert. Nicht alle sind eigenständige Bergwerke. Bei Neuverleihungen kam es oft auch zu neuen Namensgebungen. Einige Gruben stellen Maße bestehender Bergwerke dar. Allein auf dem Freudensteiner Morgengang versuchten sich zeitweise 10 obere und 13 untere Maßgruben !



Von großer Bedeutung waren die Stollen für die Bergwerke. Sie wurden vom nächstliegenden Tal aus vorgetrieben und wurden zur Ableitung von Grundwasser und für die natürliche Bewetterung (Frischluftzufuhr) benötigt. Aufgrund der großen Bedeutung für den Grubenbetrieb besaßen die Betreiber der Stollen als einzige Gewerkschaften das Erbrecht ("Erbstollen"), während alle anderen Bergwerke durch den Kurfürsten "verliehen" wurden. Aus der Geschichte sind u.a. "Alter Freudensteiner", "Todtengrüb`ner", der "St.Anna-", der "Reichtroster" und schließlich "Oberer" und "Unterer Troster Stollen" im Grubenfeld am Freudenstein bekannt.

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